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Titel: Boulevard of Broken Dreams
Genre: Songfic, Drama
Ratings:G
Anmerkung des Autors: Diese Fic war dazu gedacht mich von meinem alten Schreibstil zu lösen, einfach nur mal darüber zu resümieren, dass alles vorige nicht so wirklich gut war, mir auch nie selbst gefiel. Zumal ich mich hier etwas selbst auf die Schippe nehme ^.~

Boulevard of Broken Dreams

I walk a lonely road
The only one that I have ever known
Don't know where it goes
But it's home to me and I walk alone

I walk this empty street
On the Boulevard of Broken Dreams
Where the city sleeps
and I'm the only one and I walk alone


„Es ist eine sternklare Nacht, einzig ein silbrig glänzender Mond steht am Himmel… Überall sind Wolkenfelder… bla bla bla.“
Genau so etwas würde ich jetzt gerne schreiben; ein Gedicht über den Mond wie Romantiker, Realisten, Expressionisten vor mir. Alle haben sie das gleiche Bild: Ein schöner Mond, Sinnbild für die Sehnsucht, für die Liebe, ich glaube, sie würden es selbst als Bild der Jungfräulichkeit symbolisieren, wenn ihnen nichts mehr einfallen würde. Der Mond, für mich einzig ein Gebilde, was das Meer ein wenig in Wallung bringt und jedem Paar dazu verhilft sentimental zu werden.
Ich weiß nicht, ob es romantisch ist in der Gosse zu stehen; ich weiß nicht, ob es schön ist zwischen Alkoholflaschen, Fixerspritzen und verprügelten Prostituierten zu „wandeln“… Wandeln, wieder so ein übertrieben romantisches Wort; drüber springen, versuchen nicht reinzulaufen und dabei immer nur knapp irgendwas verfehlen, ist das richtige Wort. Warum müssen Menschen alles immer so positiv sehen? Warum müssen Menschen in allem das Gute sehen?
Oh ja, so eine Phase hatte ich auch mal. Optimismus pur, Träume, Hoffnungen. Mit Wünschen bin ich ins Leben getreten, habe an die große Liebe gedacht und daran, dass mich niemals die harte Realität trifft. Ich glaube, wäre ich in Stimmung dafür, würde ich sogar sagen: „Träume sind Schäume“ oder „Träume zerplatzen oft wie Seifenblasen“. Wow, das sind sicherlich hitverdächtige Aphorismen… die keiner lesen will.

Mit dem Traum Schriftstellerin zu werden, bin ich hierher gekommen. Man sagte mir dies sei eine Stadt, wo man alles erreichen kann, was man sich nur erträumt. Hoffnungen hatte ich viele, alle zusammengefasst auf 600 Seiten „köstlichen Schunds“, wie es die meisten Lektoren nannten. Jedes Mal, wenn sich mir eine Chance bot mein Manuskript irgendwo in einem Verlag unterzubringen, kamen die gleichen Antworten: „Es tut uns leid, aber ihr Roman passt nicht in unser Programm“ – „Entschuldigung, aber wir drucken keine Gedichtbänder.“ Alles tolle Ausreden; wären sie ehrlicher gewesen und hätten mir gesagt, dass es einfach nur mies ist, hätte ich damit weit aus besser leben können.

Nun, jetzt bin ich hier und was nun? Ein Job war nicht zu finden, alles war kaputt und nun bin ich hier. Es scheint, als wäre dies ein Ort, wo nichts mehr wichtig ist, niemand mehr an das Gute glaubt, sich jeder nur noch den Tod wünscht. Wünsche ich mir den Tod? Eigentlich nicht, aber vielleicht bin ich genauso pessimistisch veranlagt, wie die anderen Menschen hier auch. Als ich zuvor noch in der U-Bahn saß, sah man mich an, stolzierte an mir vorbei, so als wäre ich der größte Abschaum. Man sagte mir auch noch: „Junge Frau, wennse sich ma waschen würden, wäre dit sehr nett. Oder jehnse zum Zoo, wose hinjehören!“
Hier gehöre ich also hin? Zum Zoo? Zu den Fixern, Strichern, Zuhältern, verdammten Prollos, die nicht anders können als mir an den Hintern zu fassen. „Gewöhn dich dran, Scheißschlampe! Musst ein bisschen Kohle verdienen? Ich könnte dir die richtigen Männer zeigen. Wo du doch noch so jung bist, ein bisschen mehr Schminke und ab geht’s“
Das ist also der Ort, wo sich Träume erfüllen? In dieser stinkigen Gosse? Das soll der Ort sein, wo sich jeder hinträumt, wenn er was werden will? Das soll der Ort sein, wo ich als Kind immer sein wollte; Kind, große Wohnung, große Auflagenzahlen… Alles nur verdammte Träume.

Als ich mit dem Zug ankam, sagte man mir, der Zoo bzw. der Ku’damm seien die Straßen der zerbrochenen Träume. Jetzt weiß ich auch wieso… Hier kennt keiner mehr das schöne Leben mit Kaviar, Rotwein, Pelzen, Versace Klamotten … Hier gibt’s nur zwei Möglichkeiten: Fixe oder Stirb. Und noch etwas geschah, als ich hier ankam: Mein Optimismus verschwand. Als ich sah, was ich mal angehimmelt habe… Verflog alles, was ich mir erwünscht hatte. Träume sind eines, die Realität was anderes. Dies machte man mir schnell bewusst; einmal, als ich mein Manuskript einreichte bekam ich eine interessante Antwort: „Hören sie, wenn sie das realistisches Schreiben nennen, sind sie dämlicher als ich dachte. Das schnelle Leben, wie sie es vielleicht kennen mit Partys, Klamotten und ein bisschen Zwinkern, hört auf, wenn man nur die nächste Treppe betritt. Wer träumt schon von Einhörnern, von wilden Völkern, Zwergen. Blanker Müll ist das. Schauen sie sich um, Kind, sehen sie sich die Wirklichkeit an und dann kommen sie noch mal voller Überzeugung zu mir und reichen sie das Manuskript ein. So einen Scheiß nehme ich nicht.“ – mit einer Handbewegung landete die Arbeit der letzten Monate im Müll.

Ich würde niemals im Traum darauf kommen mich zu beschweren, ich kann zurück, zurück in mein altes Leben. Aber was ist mit diesen „Kreaturen“? Gibt es für sie ein zurück? Ich glaube nicht.

Und jetzt sitze ich hier… auf diesem Boden am Bahnhof Zoo, schreibe die letzten Zeilen meines Abschiedes an diese Stadt. Sicherlich, ich könnte philosophieren, versuchen die Stadt zu verändern, sie in meinen Sätzen schöner gestalten als dieses Joch eigentlich ist, aber… realistisch wäre es nicht. Ich könnte versuchen den Klang der Straßenbahnen begeistert beschreiben und jeder, den ich kenne, würde meine Begeisterung verstehen. Aber warum über Straßenbahnen schreiben, wenn es soviel schlimmeres gibt. Das Bild von einem Gegenstand darf nicht nur schwarz – weiß sein…

Eigentlich ist das alles nur großes Geschwafel, einfach nur Mist… Wenn ich in den Zug steige, lasse ich es wieder hinter mir, auch die Straße, der zerbrochenen Träume…



And I'm the only one and I walk alone…

~*~ … ~*~
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