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Aus der Sicht...

Ich war kreativ und hab mich in einem kleinen Teil original fiction angestrengt! Die Idee zu dieser Geschichte spukt mir schon eine Weile durch den Kopf, mal schaun ob ich damit weiterkomme!



Im hellen Mondlicht huschte er suchend hin und her, irgendwo hatte er doch die leckeren
Bucheckern gelassen! Sein Magen war schrecklich leer, er war mitten in der Nacht aufgewacht und
musste jetzt dringend etwas Essbares auftreiben. Endlich fand Perut unter einem Laubhaufen einen
säuberlich aufgehäuftem Stapel, seinen Vorrat an Bucheckern. Ein paar waren nicht mehr gut, aber
es gab genug um Peruts Hunger zu stillen. Er packte so viele wie er nehmen konnte, lief zum
nächsten Baum und war mit wenig Anstrengung in der Krone der Buche. In Ruhe konnte Perut nun
sein Mahl zu sich nehmen, Bucheckern waren sein Leibgericht. In Gedanken versunken und den
nussigen Geschmack auskostend schaute er sich um. Nicht, dass ihn eine Eule als
Mitternachtssnack verputzte! In eine Astgabel gedrängt, die ihn vor dem Wind und vor Fressfeinden
schützte, übersah er die übliche nächtliche Landschaft. Ein paar Mäuse tauschten unter ihm
Neuigkeiten aus, eine Amsel zuckte im Schlaf wenige Meter von ihm entfernt. Nur ein leises
Geräusch wollte sich nicht in das Lied des Waldes einfügen, Perut horchte aufmerksam. Menschen!
Perut ließ von seiner vierten Buchecker ab, die Reste der ersten hatte er achtlos runter fallen lassen.
Mit ein paar Hopsern, die jedem außer Eichkatzen halsbrecherisch vorkamen, schwang er sich
näher an die Menschen heran. Einige Meter über dem Erdboden musste man selten Angst haben,
Eichkatzen hatten vor den wenigsten Geschöpfen Respekt, wenn es nicht gerade Raubvögel waren.
Zwei wachsame Blicke nach vorn und hinten nach Käuzen, aber nichts zu sehen. Perut
konzentrierte sich jetzt neugierig auf das Geschehen unter ihm.
Es waren zwei Menschen, die zusammen standen und mit ihren seltsamen Lauten kommunizierten.
Sie waren nicht gerade leise und schienen nur auf einander fixiert zu sein. Perut überlegte, woran
erkannte man nochmal Männchen und Weibchen? Er beäugte sie, der eine Mensch war kleiner,
hatte am Kopf sehr langes Fell, seltsamerweise aber nur am Hinterkopf. Der kleinere Mensch trug
einen langen Fellersatz, sodass man gerade noch die Füße, nicht aber die Beine sehen konnte. Perut
fragte sich, wie man so etwas unpraktisches tragen konnte, wie sollte man damit klettern?
Der andere Mensch, ein Männchen so beschloß der kluge Eichhorn, sah auf den zweiten Blick doch
ungewöhnlicher aus. Der Mensch hatte mehr Fell am Kopf, auch vorne, war größer und breiter.
Aber besonders fiel Perut das Flügelpaar auf, das er auf dem Rücken trug, die er vor der Brust
miteinander verhakt hatte. Der größere Mensch erinnerte Perut an die Fledermäuse, die ihm immer
mal wieder des nachts begegneten. War das dann noch ein Mensch? Das Männchen ging nun in
kurzen Schritten von dem Weibchen weg. Er schien aufgeregt zu sein. Und plötzlich drehte das
Männchen sich wieder zu dem Weibchen um, das ihm gefolgt war, es hatte klagende Laute von sich
gegeben, und er entfaltete seine gewaltigen Schwingen mit einer Kraft, dass Perut noch kurz von
dem Druck aus dem Gleichgewicht gebracht wurde. Das Weibchen verstummte, Stille herrschte auf
der kleinen Lichtung, nur Perut meckerte über sein Ungemach. Als er sich wieder beruhigt hatte und
wieder einen Blick auf die beiden Menschen warf, war Perut vollkommen irritiert. Die Menschen
hatten ihre Gliedmaßen eng miteinander verschränkt und ihre Münder waren aufeinander gepresst.
Sie gaben wohlige Geräusche von sich und sanken auf den mondbeschienen Waldboden. Erst eine
ganze Zeit später verstand Perut, dass er die Szenen der menschlichen Balz beobachtet hatte.
Belustigt schwang er sich wieder zurück zu seinem warmen Nest. Da hatte er Saffja und Gon etwas
Interessantes zu erzählen wenn sie alle wieder wach waren.
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